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Akustik verstehen, Räume besser planen
Eine gute Raumakustik ist ein wesentlicher Faktor für Wohlbefinden, Konzentration und effiziente Kommunikation. Um akustische Anforderungen gezielt bewerten und planen zu können, werden verschiedene Fachbegriffe und Kenngrößen herangezogen. Dazu gehören unter anderem die Nachhallzeit, der Schallabsorptionsgrad, die Sprachverständlichkeit oder die Schalldämmung. Diese Werte helfen dabei, die akustische Qualität eines Raumes objektiv zu beschreiben und geeignete Maßnahmen zur Raumoptimierung abzuleiten.
Die wichtigsten Kenngrößen auf einen Blick
Die akustische Wirkung eines Raumes wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Raumgröße, Geometrie, Oberflächenmaterialien und Möblierung bestimmen, wie sich Schall ausbreitet und wahrgenommen wird. Schallabsorbierende Materialien reduzieren störende Reflexionen und verkürzen die Nachhallzeit, während schalldämmende Konstruktionen die Schallübertragung zwischen Räumen minimieren. Erst das Zusammenspiel beider Maßnahmen sorgt für eine ausgewogene akustische Umgebung.
| Bauakustik | Die Bauakustik behandelt die Auswirkung der Gebäudestruktur auf die Schallausbreitung zwischen den Räumen und zur Außenwelt im Schallschutz. |
| Raumakustik | Maßgebend für die Konditionierung von Räumen ist ihre Halligkeit. Harte Oberflächen reflektieren den Schall überwiegend, Absorber wandeln die Energie des Schalls um. Eine sinnvolle Kombination der Akustiksysteme erzielt den gewünschten Nachhall bezogen auf die Raumnutzung. |
| Schall | Bezeichnet das physikalische Phänomen mechanischer Schwingungen in elastischen Medien wie Luft. Schallereignisse werden vom menschlichen Gehör als angenehm, wie Musik, oder unangenehm als Lärm empfunden. |
| Frequenz | Beschreibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde in Hertz, Hz. |
| Hörsamkeit | Bezeichnet laut DIN 18041 die Eignung eines Raumes für bestimmte Schalldarbietungen, insbesondere für angemessene sprachliche Kommunikation und musikalische Darbietungen an den für die Nutzung des Raums vorgesehenen Orten. Das gegenseitige Hören und Verstehen, aber auch das Finden von Ruhe sind von besonderer Bedeutung. |
| Sprachverständlichkeit | Je nach Situation variiert die Anforderung an die Qualität der Sprachverständlichkeit, STI (Speech Transmission Index). Besprechungsbereiche erfordern höhere, Callcenter geringere STI-Werte. |
| Nachhallzeit | Gehört zu den relevanten Kriterien der Raumakustik. Sie definiert die Dauer bis zur Unhörbarkeit eines Schallereignisses in einem leisen Raum. Gemessen in Sekunden (s) wird wird die Dauer nach dem Abschalten einer Schallquelle bis zum Abfall des Schalldruckpegels um 60 dB. |
| Absorption | Beschreibt die Fähigkeit, Schallenergie in thermische Energie umzuwandeln. Der Schallabsorptionsgrad liegt zwischen 0 für keine und 1 für vollständige Absorption. |
| Bewerteter Schallabsorptionsgrad | aw bezeichnet den Vergleich des Frequenzverlaufs von Materialien und Produkten mit einer Bezugskurve. Das Absorptionsvermögen wird im Hallraum eines zugelassenen Instituts nach genormten Methoden gemessen. Die genormte Bezugskurve dient der Errechnung des bewerteten Absorptionswerts als Einzahlwert. Dieser wird bei 500 Hz abgelesen. |
| Norm-Schallpegeldifferenz | Dn,T,W definiert im Gegensatz zum Schalldämm-Maß nicht die Schallübertragung über ein Bauteil, sondern die Schallübertragung zwischen zwei Räumen. Dieses Maß ist für freistehende Räume, wie Raum-in-Raum-Systeme, vorteilhaft und führt nicht zu unklaren Aussagen, hervorgerufen durch die große Anzahl an Begrenzungsflächen. |
| Laborschalldämm-Maß | Rw,P ist ein bewertetes Maß für die Schallschutz-Wirkung des reinen Bauteils ohne Berücksichtigung der Flanken, unter Laborbedingungen. |
| Bauschalldämm-Maß | R´w ist ein bewertetes Maß für die Schalldämmung eines Bauteils im eingebauten Zustand und schließt die Wirkung von angrenzenden Bauteilen und deren Flanken ein. |
Orientierung im Akustik-Glossar
Das Glossar bietet eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Begriffe und Messgrößen der Raum- und Bauakustik. Es unterstützt Planer, Architekten und Bauherren dabei, akustische Zusammenhänge besser zu verstehen und passende Lösungen für unterschiedliche Raumnutzungen auszuwählen. So werden technische Kennwerte nachvollziehbar und die Planung akustisch hochwertiger Arbeitswelten vereinfacht.