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Schallgedämmte Trennwandsysteme: Mehr Diskretion und Komfort in modernen Arbeitswelten
In modernen Büro- und Arbeitsumgebungen spielt die Raumakustik eine entscheidende Rolle. Vertrauliche Gespräche, konzentriertes Arbeiten und ein angenehmes Raumgefühl sind nur möglich, wenn die Schallübertragung zwischen Räumen wirksam reduziert wird. Schallgedämmte Trennwandsysteme leisten hierzu einen wichtigen Beitrag und schaffen die Grundlage für mehr Privatsphäre und Komfort.
Was bedeutet Schalldämmung bei Trennwänden?
Die Schalldämmung beschreibt die Reduzierung der Schallübertragung zwischen zwei angrenzenden Räumen, beispielsweise durch eine Trennwand. Dabei setzt sich die Schallübertragung aus zwei Komponenten zusammen:
Direktschall: Schall, der direkt durch die Trennwand übertragen wird.
Flankenübertragung: Schall, der über angrenzende Bauteile wie Boden, Decke oder Fassaden in den Nachbarraum gelangt.
Grundsätzlich gilt: Je höher der Schalldämmwert einer Trennwand, desto geringer ist die Schallübertragung und desto höher die Diskretion im Raum.
Einschalige und zweischalige Trennwände im Vergleich
Einschalige Trennwand
Bei einschaligen Konstruktionen hängt die Schalldämmung hauptsächlich von zwei Faktoren ab:
- der flächenbezogenen Masse des Bauteils
- der Biegesteifigkeit der Konstruktion
Mit zunehmender Masse verbessert sich in der Regel die Schalldämmung. Schwere Bauteile können Schallwellen wirksamer abschwächen und so die Schallübertragung reduzieren.
Zweischalige Trennwand
Moderne Trennwandsysteme von Strähle basieren auf einem zweischaligen Aufbau. Dieser besteht aus zwei sogenannten „biegeweichen“ Schalen, die durch eine dämmende oder luftgefüllte Zwischenschicht getrennt sind.
Bauphysikalisch entspricht diese Konstruktion einem Feder-Masse-System. Der entscheidende Vorteil: Selbst bei vergleichsweise geringem Bauteilgewicht können sehr hohe Schalldämmwerte erzielt werden. Dadurch lassen sich anspruchsvolle akustische Anforderungen erfüllen, ohne auf elegante und transparente Raumkonzepte verzichten zu müssen.
Wie werden Schalldämmwerte ermittelt?
Die Anforderungen an den Schallschutz im Hochbau werden in der DIN 4109 geregelt. Die Prüfverfahren zur Bestimmung der Schalldämmung sind in der DIN EN ISO 10140 definiert.
Strähle lässt seine Trennwandsysteme von unabhängigen Prüfinstituten unter normierten Laborbedingungen testen. Dabei wird für jede Konstruktion das bewertete Schalldämmmaß Rw ermittelt. Dieser Wert beschreibt die Schalldämmleistung des jeweiligen Systems unter standardisierten Prüfbedingungen.
Warum weichen Praxiswerte von Laborwerten ab?
Die im Gebäude tatsächlich erzielte Schalldämmung wird als R’w-Wert bezeichnet. Im Gegensatz zum Laborwert hängt dieser von zahlreichen objektspezifischen Faktoren ab:
- Boden- und Deckenkonstruktionen
- Fassadenanschlüsse angrenzende Bauteile
- Installationen und Durchdringungen
- Kabel- und Lüftungskanäle
Da jedes Gebäude individuelle bauliche Voraussetzungen mitbringt, müssen diese Einflüsse bereits in der Akustikplanung berücksichtigt werden.
Der Sicherheitsbeiwert nach DIN 4109
Um Unsicherheiten bei der Planung und Abweichungen beim Einbau auf der Baustelle zu berücksichtigen, definiert die DIN 4109 die sogenannten Sicherheitsbeiwerte uprog.
Diese Sicherheitszuschläge werden vom berechneten Bau-Schalldämm-Maß R`w abgezogen und mit der Anforderung erf. R´w verglichen:
- Trennwände: 2 dB
- Türen: 5 dB
Damit die Anforderung erfüllt wird gilt R´w - uprog ≥ erf. R´w
Praxisbeispiel: Schalldämmung einer zweischaligen Trennwand
In der Praxis bestehen Trennwände häufig aus mehreren Elementen mit unterschiedlichen Schalldämmwerten. Dazu gehören beispielsweise Verglasungen, Vollwandelemente und Türelemente.
Beispielhafte Wandkonstruktion
- 6 m² frontbündige Verglasung System 2000 mit ESG6- und ESG8-Verglasung, Rw 47 dB
- 3 m² Vollwand System 2000, Rw 45 dB
- 2,5 m² Aluminium-Rahmentüren AR100, Rw 42 dB
Obwohl einzelne Komponenten Schalldämmwerte von bis zu 47 dB erreichen, ergibt sich für die gesamte Trennwand ein resultierendes Schalldämmmaß von 44,9 dB. Dabei ist die Flankenübertragung noch nicht berücksichtigt.
Das Beispiel zeigt, wie wichtig die Betrachtung der gesamten Konstruktion ist. Die Schalldämmung einer Trennwand wird nicht allein durch das stärkste Bauteil bestimmt, sondern durch das Zusammenwirken aller Komponenten.
Fazit
Schallgedämmte Trennwandsysteme sind ein wesentlicher Bestandteil moderner Büro- und Arbeitswelten. Insbesondere zweischalige Konstruktionen ermöglichen hohe Schalldämmwerte bei schlanken und transparenten Raumlösungen. Entscheidend für die tatsächliche Akustikleistung ist jedoch nicht nur der Prüfstandswert, sondern die ganzheitliche Betrachtung aller Bauteile und Anschlüsse im Gebäude. Eine frühzeitige Akustikplanung sorgt dafür, dass Räume sowohl optisch als auch akustisch überzeugen.